Viel Platz im neuen Bad

Hagen Linke

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Der Geburtstag, den Alina Noack heute feiert, ist ein besonderer – so wie die Geburtstage in den letzten Jahren auch. Dass das Mädchen überhaupt so alt wird, war zum Start ihres Lebens nicht absehbar. Ihre Mutter Ivonne hatte eine unkomplizierte Schwangerschaft. Sie und Alina Papa hatten alles für das Baby vorbereitet. Doch die ersten Jahre waren alles andere als unbeschwert für die junge Familie. Alina kam mit einer seltenen Stoffwechselkrankheit auf die Welt, erlitt schwere irreparable Hirnschäden, verbrachte ihr zweites Lebensjahr komplett im Krankenhaus, in der Uni-Klinik Leipzig musste ihr eine Leber transplantiert werden. 

Mittlerweile sind die schlimmsten Ängste vorbei. Es gibt große Unterstützung. Der Pflegedienst ist täglich bis zu 16 Stunden im Haus, auch nachts muss gewickelt, umgelagert und die Ernährungssonde überprüft werden. Die Familie kann auf eine hilfsbereite Verwandtschaft zählen und wenn die Zwergdackeldame Nokia neugierig schnuffelt, gehen Alina Mundwinkel nach oben. „Sie lacht viel“, sagt Ivonne Noack. Das hat sich die Tochter wohl von der Mutter abgeschaut. Überhaupt hat 2017 viel Positives gebracht. Die Einschulungsfeier war ein großes Erlebnis, und im September und Oktober durfte Alina für vier Wochen zur Kur an den Kölpingsee auf der Insel Usedom. Bei Wind und Wetter ging es raus. Die Ostseeluft sorgt dafür, dass Erkältungen eine Weile ausbleiben. “Das erspart uns einen längeren Krankenhausaufenthalt", freut sich Ivonne Noack. 

Aber besonders großartig an der Ostsee war das Wasser. „Sie war völlig entspannt“, berichtet die Mutter. „Wir hatten immer Spaß.“ Und dass das Baden zu Hause mittlerweile auch einfacher geworden ist, liegt an dem neuen Bad, das vor einem Jahr im Obergeschoss der Wohnung eingebaut werden konnte. Die Familie nutzt die Wohnung im Komplex des Feuerwehrdepots in Groß Särchen. Zur Haustür geht es über eine Rampe und mit einem Treppenlift ins erste Obergeschoss zur Wohnung. Bis Anfang 2017 war ein kleines Bad noch unten – neben der Hauseingangstür. Es gab kaum Platz zum Umziehen und das fast 25 Kilo schwere Kind vom Rollstuhl in eine normale Badewanne zu heben, war ein Kraftakt. Mit der Gemeinde Lohsa als Vermieter, der AOK, dem DRK und der Stiftung Lichtblick konnte aber geholfen werden. Ein leer stehendes Zimmer im Obergeschoss wurde zum geräumigen Bad umgebaut. Kurz vor Weihnachten 2016 hatten die Trockenbauarbeiten begonnen. „Alle Firmen haben gute Arbeit geleistet“, freut sich Ivonne Noack. Nun hat Alina einen großen Duschwagen, auf dem sie gleich abgetrocknet und umgezogen werden kann. Anfangs war das Mädchen skeptisch, wie bei vielen neuen Dingen, die plötzlich in ihrer Umgebung geschehen. Die Körperpflege ist deutlich einfacher für das Mädchen, das im Rollstuhl sitzend stärker schwitzt als andere. „Im Sommer können wir zwischendurch mal duschen“, freut sich die Mutter. Und die aufklappbaren Seitenwände machen die Duschliege zu einer kleinen Badewanne. Sie planscht dann wie ein Delfin, berichtet Ivonne Noack lachend. „Das ganze Bad schwimmt dann. Aber das ist egal.“

Das neue Bad ist nicht die einzige Veränderung im Haus. In das Zimmer daneben, mit besonders rutschfestem Teppich ausgestattet, soll das Therapiebett des Mädchens einziehen. Zudem wurden im Zuge des Umbaus zwei Türen der Wohnung verbreitert. Die Bedingungen für die Pflege des Kindes haben sich mit dem robusten Duschwagen deutlich verbessert – auch dank der 1 500 Euro von der Stiftung Lichtblick. „Wir hoffen, dass wir ihn lange nutzen können“, sagt die Mutter.

 

Autor: Hagen Linke 

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