Wie Oliver den Krebs besiegte

Foto: Matthias Rietschel

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Dem Jungen ging es nicht gut vor zwei Jahren. Er hatte Kopfschmerzen, ihm wurde schnell schlecht, er wollte nicht essen. Im Sommer 2019 erhielt die Familie dann die niederschmetternde Nachricht: Oliver, damals sechs Jahre alt, hat Knochenkrebs. Von diesem Tag an wurde alles anders für Mutter Patricia und ihre beiden anderen Kinder Miriam und Moritz, heute 13 und drei Jahre alt, und ihren Lebensgefährten und Vater der drei Kinder. Ab sofort drehte sich alles um die Gesundheit von Oliver.

Vater Rico betreute Oliver, absolvierte mit ihm unzählige Arztbesuche, während der Klinikaufenthalte schlief er mit im Krankenhaus. Dafür gab er seinen Job auf. Mutter Patricia betreute in dieser Zeit ihre beiden anderen Kinder. Sie sorgte dafür, dass Oliver die nötigen Ruhephasen einhielt, wenn er daheim war. Die Wohnung musste für ihn stets klinisch rein sein, die Mutter hatte Wäscheberge zu bewältigen, weil ihr kranker Sohn täglich komplett frisch angezogen werden musste. In dieser Zeit bat die Familie Lichtblick um Hilfe, die Anschaffung eines Wäschetrockners wurde dringend. Seit Olivers Erkrankung lebten beide Eltern von Sozialleistungen, das Geld reichte nicht für einen Einkauf. Lichtblick half schnell.

Besonders verlassen konnte sich Patricia in dieser schweren Zeit auf den Kinder- und Familientreff Omse e.V. in Dresden-Gorbitz. Schon seit neun Jahren geht sie mit Ihren Kindern hier wöchentlich her. „Wir spielen hier gemeinsam, basteln, und es ist Zeit zum Quatschen. Eine wichtige Gemeinschaft für mich“, sagt die 34-Jährige. Sozialpädagogin Katharina Melzer berät aber auch und unterstützt die Mütter, wo sie kann. Sie war es, die den Weg zur Stiftung Lichtblick aufzeigte. Sie organisiert ebenso jährliche Ferienfahrten für Eltern mit ihren Kindern, zusammen immerhin 40 bis 50 Personen. Zuletzt ging die Reise nach Thüringen. Seit drei Jahren unterstützt die Stiftung Lichtblick auch diese Urlaubsfahrten. Katharina Melzer sagt: „Ich bin sehr dankbar, dass es Lichtblick gibt und so viele Leute dort spenden. Es ist eine der ganz wenigen Möglichkeiten für uns, unkompliziert und auch sehr schnell Menschen aus einer Notsituation zu helfen.“

Der Omse e.V. darf während des Lockdowns leider nicht öffnen. Dafür berät die Sozialpädagogin per Telefon, geht mal mit einer Familie eine Runde spazieren und entwickelt Online-Formate. Einmal in der Woche kochen sie gemeinsam und sind dabei per Videokonferenz verbunden. Bald soll es auf diesem Weg ein Online-Frühstück geben. Wichtig ist es Katharina Melzer, dass Familien nicht den Draht zueinander verlieren.

Die entscheidende Wendung in Olivers Krankheitsverlauf brachte im vergangenen Jahr eine Operation. Ihm wurde eine vom Krebs befallene Rippe entfernt. Von da an ging es ihm Woche für Woche besser. Am 31. Dezember schließlich erhielt die Familie die erlösende Nachricht: Oliver hat es überstanden, er ist wieder gesund. Jetzt können Patricia und ihre Familie wieder Zukunftspläne schmieden. Zunächst sucht die Familie in Gorbitz eine größere Wohnung, damit Oliver ein eigenes Zimmer bekommen kann. Er braucht noch viel Ruhe. Und beide Eltern suchen Arbeit, Patricia ist Hauswirtschaftlerin und hat schon eine mündliche Zusage erhalten. 2021 wird bestimmt ein gutes Jahr.

 

Autor: Olaf Kittel

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